Wii U-Eindrücke: das GamePad

Der Name ist ja irgendwie genial einfach und irgendwie sehr passend. Das letzte Produkt, das offiziell von Nintendo so vermarktet wurde, war der NES-Controller. Auf den ersten Blick mag der Hybrid aus Controller und Tablet sehr groß und unhandlich wirken. Im Gegensatz zu den meisten Tablets liegt das GamePad allerdings hervorragend in der Hand bzw. den Händen. Die Umgewöhnungszeit vom klassischen Controller ist kaum vorhanden. Nach über 100 protokollierten Spielstunden hab ich noch keinerlei Ermüdungserscheinungen, Druckstellen oder ähnliches festgestellt. Die eigentümliche Anordnung auf der rechten Seite (Stick oben, ABXY-Knöpfe unten) stellt sich im Nachhinein als praktisch heraus. Sie führt letztlich dazu, dass man selten eine asymmetrische Daumenhaltung annehmen muss: Bei Shootern bedient man vorzugsweise die beiden Sticks, bei Platformern und 2D-Prügelspielen benutzt man Steuerkreuz und Buttons. Sicherlich gibt es da auch einige Ausnahmen (Flugsimulationen, Adventures, 3D-Prügler), bei denen die Haltung asymmetrisch wird, aber auch das ist aufgrund der relativ nah beieinander liegenden Bedienelemente kein Problem. Im Zusammenspiel mit der vertauschen Anordnung ist es deshalb auch möglich die A-Taste mit dem unteren Teil den Daumens zu drücken, während man mit der Spitze den rechten Stick bedient. So kann man etwa in Mass Effect die Richtung ändern währen man rennt, was ganz praktisch ist. Wie schon in meinem Gamescom-Bericht gefallen mit die Trigger sehr gut. Einzig die L- und. die R-Taste dürften bei Spielern mit kleineren Händen etwas Gewöhnung erfordern. Die haben bei den meisten Spielen aber, ähnlich den LB- und RB-Taste am bewährten XBox-Pad, meist eine sekundäre Funktion – geschossen wird mit den ZL- und ZR-Triggern. Diese sind wie schon beim Classic Controller Pro nicht analog, was wohl im speziellen die Rennspielfans stören dürfte, da mit diesen Tasten zumeist Gas und Bremse bedient werden. Bei anderen Spiele, vor allem bei Shootern, bietet sich meiner Meinung nach ein richtiger Druckpunkt eher an als ein längerer Verstellweg. Fasst man alle Tasten und Knöpfe zusammen, macht das GamePad einen ziemlich guten normaler Controller, aber es kann ja noch mehr:
Da ist zunächst die integrierte Universalfernbedienung, die zwar erst in den Wii U-Einstellungen konfiguriert werden muss, aber dann auch ohne eingeschaltete Konsole funktioniert. Es sind dafür mehrere hundert Presets für Fernseher unterschiedlicher Hersteller vorhanden. Benutzer mit externem Sat- oder Kabel-Reciver können auch diesen mit dem GamePad steuern, eine Funktion, die spätestens wenn Nintendo TVii erscheint essenziell werden wird.
Der Bildschirm im GamePad macht einen guten Eindruck, ebenso die eingebauten Stereo-Lautsprecher, Bild- und Tonwiedergabe sind quasi verzögerungsfrei. Bei Software die auf TV und Gamepad die gleiche Audioausgabe hat, merke ich, dass der Sound von der Anlage dem des Pads hinterherhinkt. Die Übertragung funktioniert durch genau eine Wand, sobald vor der Wand ein Schrank steht wird es problematisch. Dazu muss ich sagen, dass besagte Wand eine 36,5cm Außenwand ist, in Fertighäusern wird man wohl mehr Reichweite haben. Der Bildschirm ist nur eine Single-Touch-Variante, die vermutlich aus Kosten und Gewichtsgründen gewählt wurde (Kapazitive Multi-Touch-Displays erfordern eine nicht grade leichte Glasschicht). Aufgrund der Vielzahl an anderen Eingabemöglichkeiten kann man jedoch gut auf die üblichen Mehrfingergesten verzichten.
Die ganze Technik wird von einem Akku betrieben, der etwa 4-5 Stunden hält, und in etwa 2,5 Stunden wieder aufgeladen werden kann, auch im Betrieb. Es wird dazu ein separates Netzteil für das GamePad mitgeliefert, so dass man einfach die nächstgelegene Steckdose zum Laden nutzen kann.
Bewegungssensoren hat das Gamepad auch noch, diese Funktionieren gut und verzögerungsfrei, soweit ich das beurteilen kann. Kalibrieren des Gyrosensors ist nur selten nötig. Des Weiteren findet man noch eine Kamera, die brauchbare Bilder für den Videochat liefert, eine Miniaturausgabe der Wii-Sensorleiste und einen NFC-Reader, der bisher aber noch keine Anwendung gefunden hat.
So, soviel erstmal zum GamePad, einem sehr gelungenen und vor allem sehr ergonomischem Stück Technik. Weitere Eindrücke folgen (hoffentlich).

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