Bücher Verfilmungen – Film Verbücherungen?

Es kommt doch relativ selten vor, dass die Verfilmung eines bekannten Buches einmal positiv auffällt. Gut, da gibt es ein „Der Herr der Ringe“, aber die selbsternannten „Harten Fans“ der Bücher finden doch an allen Enden etwas zu kritisieren. Deshalb hatte ich es mir selbst einmal eine Zeit lang zu eigen gemacht, Leuten erst dazu zu raten, das Buch zu lesen und danach erst die Verfilmung. Aber warum eigentlich? Damit man nicht mit fest gefassten Vorstellungen an das Buch heran geht und nicht seine eigene Phantasie gebraucht? Damit man auch ja nachher wie alle, die „das Buch“ gelesen haben, „den Film“ für schlecht gemacht befinden können oder zumindest an allen Ecken an ihm herumkritisieren können? Dabei ist es doch heute immer häufiger der Fall, dass der Autor selbst an der Entstehung des Films beteiligt war. Ist es dann nicht sinnvoller, erst der vermeintlich schlechten Film zu sehen um danach festzustellen dass das Buch wesentlich besser ist. So würde man dann doch gleich doppelt gut unterhalten anstatt einmal unterhalten und beim Sehen des Filmes enttäuscht zu werden.
Genau so halte ich es im Moment mit Douglas Adams‘ „Per Anhalter durch die Galaxis“: Der Film ist bereits gesehen, das Buch sollte bald mal irgendwann folgen.

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2 Antworten to “Bücher Verfilmungen – Film Verbücherungen?”

  1. Glaub liegt aber auch an dem Medium Buch itself, vorausgesetzt natürlich man liest eines und lässt sich darauf ein, bietet es viel mehr Möglichkeiten eine Story zu inszenieren als ein Film. Für sich genommen sind die HdR-Filme die besten Fantasyfilme auf dem Markt, gewinnen aber keine Schnitte gegen das Buch. Glaub jedes Medium hat seine eigenen Stärken und Schwächen, würde z.B. nie einen Super Mario-Film sehen wollen, die „Storys“ sind einfach nicht filmwürdig, aber in seinem Medium Spiel toppt er absolut auf…

  2. Es gab mal eine Super Mario-Fernsehserie…im Übrigen hab ich das Herr-der-Ringe-Buch (Teil 1) nach ca. 50 Seiten weggelegt, weil ich nicht eingesehen habe, dass ich mir ständig irgendwelche zwanzig Seiten langen Landschaftsbeschreibungen reinzuziehen, die nur darauf hinauslaufen, dass es eine Wiese mit Blumen gibt, auf der Wesen stehen, die wie Elefanten aussehen, aber keine sind, weil es Elefanten in dem verqueren HdR-Universum nicht gibt uswusf…

    Abgesehen davon muss ich Pata aber Recht geben. Jedes Medium hat seine Stärken und Schwächen, Videospiele jetzt mal außen vor (wegen Interaktivität). Zu beachten ist folgendes: Ein Buch kann 1000 oder 2000 Seiten haben, spielt an sich keine Rolle, weil niemand ein Buch in einem Rutsch durchliest. Ein Film zum Buch muss allerdings in den üblichen Grenzen von ca. zwei Stunden liegen. Da geht viel verloren. Bei zwei meiner Lieblingsbücher ist sowas zu sehen: Zum einen Vaterland. Das Buch spielt im Jahr 1965 (glaub ich), nachdem Deutschland den zweiten Weltkrieg gewann. Dabei werden sehr viele Details genannt, z.B. wie man dies machte, wie Deutschland bzw. Europa aussieht, wie die weltweiten Verhältnisse sind etc. Wirklich sehr gut gemacht, inklusive Karten und Karten von Berlin auf Basis von Speers Planungen. Im Buch ist das Ende sehr logisch in die Story eingebaut, es „passt“ halt (will jetzt nicht verraten, wie es ausgeht, vllt. will es ja noch jemand lesen). Im Film wiederum ist dies nicht der Fall und vieles bleibt auch diffus. Irgendwie sind da halt Nazis und die Hauptperson ist auch ein Nazi, aber nicht so ganz Nazi wie die anderen Nazis (hach, da freut sich der gemeine Antifaschist). Am Ende wird aus ihm sogar ein halber Stauffenberg, was aber völliger Unsinn ist. Beim Zweiten geht es um 1984. Sollte jedem bekannt sein, wird immerhin fast schon inflationär gebraucht, wenn z.b. im Ausweis nun das Geschlecht stehen soll oder so. Auch hier freut sich das Antifaschistenherz. Das Buch ist zurecht als Meisterwerk bekannt, der Film war Mist. Auch hier: viel verwässert, die übermächtigen Bösen hier, die guten Rebellen da. Auch das Ende wurde wieder geändert, sodass die Bösen nicht ganz zu klar gewinnen, wie sie es eigentlich tun.

    Das waren jetzt zugegebenermaßen zwei Negativbeispiele (Jagd auf roter Oktober hingegen wäre ein Beispiel, wie man aus einem erstklassigen Buch einen Klasse-Film macht), wobei ich eigentlich nur sagen wollte, dass beide Medien einfach andere Ansätze haben. Bei Filmen wird halt das audiovisuelle betont, Bücher sind dazu da, dass man „sich in ihnen verliert“. Fertig ist. Wenn er Film gut ist, spielt es für mich keine Rolle, ob irgendjemand mal ein Buch drüber geschrieben hat oder nicht.

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