Über Reviewer

Veröffentlicht in Netz, Spielkultur mit den Tags , , , , , , am 22. Januar 2012 von Leander

Die letzten beiden Artikel sollten verdeutlicht haben, dass es für die Kunden der Videospielindustrie wichtig ist, dass sie sich von dem Kauf über die Qualität der Software informieren können. Vor der Etablierung des Internets waren die einzige Möglichkeit, solche Reviews zu lesen, die monatlich erscheinenden Magazine. Heute genügt eine einfache Websuchmaschine und man wird mit Informationen überschüttet. Die Spitze des Eisbergs ist da metacritic.com, eine Seite die sich nur damit befasst, die Wertungen zu sammeln und für jedes Spiel eine Art Durchschnittswertung zu generieren. Der Fokus diese Artikels soll aber auf den Personen liegen, die diese Reviews schreiben. In der Zeit der Magazine hatten die Reviewer bis zur Veröffentlichung der nächsten Ausgabe (bzw. einige Tage/Wochen vorher) Zeit, um ihre Artikel fertigzustellen. Erscheint ein Spiel kurz vor der Deadline, kann es für die Person in ziemlichen Zeitdruck geraten. Natürlich muss das Spiel vorher im Idealfall komplett durchgespielt werden. Es soll dann schonmal vorgekommen sein, dass ein 3o Stunden Spiel in zwei oder drei Tagen komplettiert werden muss, um dann am nächsten Tag das Review druckfertig zu haben. Heute gibt es natürlich keine expliziten Deadlines mehr, aber implizit sind diese immer noch vorhanden, und zwar bei jedem Titel. Denn womit verdienen Internetseiten ihr Geld? Mit Werbung, und dafür braucht man Klicks. Die bekommt man nur, wenn man Content hat, den andere nicht haben. Für Reviews bedeutet dass, das diese so früh wie möglich, im Idealfall als erstes, auf der Seite erscheinen müssen.

Also werden die Spiele unter Zeitdruck gespielt. Ich bin zwar selber kein Reviewer, aber ich meine in den letzten Jahre gelegentlich eine ähnliche Erfahrung, in abgeschwächter Form, gemacht zu haben. Dabei war meine Deadline nur das Erscheinungsdatum eines vorbestellten Spiels, und ich wollte ein anderes vorher durchspielen. Die Beobachtung dabei war, dass die Spielerfahrung durch den Zeitdruck beeinträchtigt wird. Das hängt natürlich ein wenig mit der Art der jeweiligen Software zusammen. Ein 5 Stunden Bombast-Ego-Shooter leidet darunter sicherlich nicht so stark wie ein 40 Stunden RPG. Man stelle sich vor ein Filmtester muss den Film mit 1,5facher Geschwindigkeit angucken, oder ein Buch kann nur überflogen werden um es später zu bewerten. Die Erfahrung von Otto Normalspieler ist dabei doch meistens eine andere. Während sich eine Sammelaufgabe, oder ein gelegentliches Fetch-Quest für den unter Zeitdruck spielenden Reviewer nervig erscheinen stört es den normal Spielenden nicht, dem es vielleicht sogar lieber ist, wenn das Spiel dadurch noch etwas länger wird. Er hat ja auch für das Spiel bezahlt, der Reviewer nicht. Ein Beispiel dafür sind die Collect-a-thons der frühen 3D-Ära, wie zum Beispiel Banjo-Kazooie, die sich für die Reviewer mehr nach Arbeit als nach Spiel anfühlen sollen. Die vermeintlich objektive Wertung wird also eben nicht nur durch den persönlichen Geschmack des Spielers beeinflusst sondern auch durch die jeweiligen Umstände, unter denen das Spiel gespielt wird. Noch dazu verhängen bestimmte Hersteller wertungsabhängige Embargos, die die Veröffentlichung von frühen Reviews nur erlauben, wenn diese das Spiel anpreisen. Zusammenfassend sollte man, wenn man auf Tests zurückgreift immer auch das Umfeld berücksichtigen in dem diese verfasst wurden. Die kleine unabhängige Seite ist dann vielleicht ein besserer Anlaufpunkt.

Grafik Implosion

Veröffentlicht in Spielkultur, Bildung, Technik mit den Tags , , , , , am 15. Januar 2012 von Leander

Wie versprochen hier die Fortsetzung des Artikels von letzter Woche. Ich will an dieser Stelle ein Szenario beschreiben, das durchaus auch heute dazu führen kann, dass der Videospielmarkt, zumindest im Konsolensektor einen starken Einbruch erleidet. Schuld daran können sowohl die Entwicklung, die einen Crash ähnlich dem in 1983 verhindert, als auch eine Fokussierung der Hesteller auf die „falschen“ Aspekte eines Spiels sein. Dass sich der Crash nicht auf die selbe Art wiederholen wird, liegt vor allem daran, dass die Qualität der Spiele in den letzten 30 Jahren deutlich angestiegen ist. Dieser Anstieg schwächt sich allerdings in den letzten Jahren immer weiter ab, da der Schwerpunkt, und damit auch der finanziell aufwändigste Teil der Entwicklung, immer weiter in Richtung Grafik verschoben wird. Auf dem Konsolenmarkt hört man immer häufiger Rufe nach der nächsten Generation. Dabei belaufen sich die Entwicklungskosten der Spiele heute schon häufig auf über 100.000.000$. Solche Spiele müssen sich schon mehrere Millionen mal verkaufen, um überhaupt profitabel zu sein. Was passiert wenn das nicht der Fall ist sieht man am Beispiel des ehemals deutschen Studios Factor5. Dieses musste seine erfolgreiche Amerikanisch Sektion schließen, nachdem das frühe PS3-Spiel Lair hinter den projizierten Verkaufszahlen zurückblieb. Wird die nächste Konsolengeneration weiterhin den Schwerpunkt auf die Grafik legen, so steigen die Produktionskosten weiter an. Das führt dazu das sich die Studio auf Bewährtes konzentrieren und Nachfolger um Nachfolger des Nachfolgers produzieren. Zu groß ist dann die Gefahr, dass ein Spiel mit neuen, vielleicht sogar großartigen Ideen, keinen Anklang auf dem Markt findet, sich nicht verkauft und somit möglicherweise das Ende des jeweiligen Entwicklers bedeutet. Dass die jährliche Produktion einer Fortsetzung rentabel sein kann, zeigt sich am Beispiel von Call of Duty. Trotz jährlicher Neuauflage, alternierenden Entwicklungsstudios und stagnierender Qualität (mit Ausnahme der Grafik) steigen die Verkaufszahlen von Jahr zu Jahr weiter an. Wie lange sich dieser Trend fortsetzen wird bleibt abzuwarten. Vermutlich bis ein mal ein Spiel der Reihe erscheint was deutlich hinter den Erwartungen zurück bleibt oder stark fehlerbehaftet ist und gepatched werden muss (ein Thema mit dem ich auch noch einen Beitrag füllen könnte). Dieses wird sich dann vermutlich noch gut verkaufen, das darauf Folgende dann aber nicht mehr (das Matrix-Prinzip). Ein Call of Duty-Flopp hat dann durchaus das Potenzial zum E.T. seiner Zeit zu werden. Man stelle sich vor der Markt bestünde fast nur noch aus wenigen etablierten Franchises. Der User ist es gewohnt das diese für garantierte Qualität stehen. Ein Ausreißer enttäuscht das Vertrauen der Kunden derart dass sie den Controller sprichwörtlich in die Ecke werfen. Der betroffene Entwickler wird sich bei den Investitionen nicht von dem Flop erholen können. Davon abgesehen ist ein E.T.-Äquivalent vielleicht gar nicht nötig, da Otto Normalspieler vielleicht irgendwann doch gerne etwas Abwechslung hätte, die in einem derart dünnen Markt nicht mehr gegeben ist.
Glaubt man einigen aktuellen Gerüchten so sehen die Konsolenhersteller dieses Problem bereits. Währen Sony an seiner Behauptung festhält, die PS3 sei weiterhin für eine Zeit von 10 Jahren konzipiert und Nintendo seine nächste Konsolengeneration bereits vorgestellt hat hört man gleichzeitig, dass einer der Hersteller aus dem Hardwarerennen quasi aussteigen will, indem eine Streaming Lösung ähnlich OnLive angeboten werden soll. Diese setzt natürlich voraus, dass eine entsprechende Infrastruktur auf Seiten des Herstellers besteht. Der User hat der Vorteil, dass er quasi keine neue Hardware braucht. Für den Empfang eines Webstreams eigenen sich bei einer ausreichend schnellen Internetverbindung teilweise sogar schon die Fernseher selber. Ein derartiger Dienst ist aber vermutlich ohne einen monatliche Beitrag der Benutzer nicht zu bezahlen. Kommt es hier allerdings zu falschen Zeit zum Serverausfall, (zum Beispiel beim Launch eines neuen Call of Dutys) so wird sich der Benutzer überlegen, ob er im nächsten Monat noch einmal den Beitrag zahlen will…

 

Update: Wie sich herausstellt ist die Quelle des oben genannten Gerüchts ein führender Mitarbeiter von Gaikai (auch ein Streaming-Dienst, ähnlich OnLive), der tatsächlich glaubt, dass ein Hersteller seine Konsolenproduktion komplett einstellen wird, ohne Ersatz. Unter diesen Umständen ist der Wahrheitsgehalt einer derartigen Aussage natürlich in Frage zu stellen, da ein schrumpfender Konsolenmarkt für die Streaming-Anbieter von Vorteil sein dürfte.

VGC1983-II?

Veröffentlicht in Bildung, Spielkultur mit den Tags , , , , , am 8. Januar 2012 von Leander

Regelmäßige Leser meines Blogs – falls es die noch gibt – werden festgestellt haben dass hier nicht mehr so wahnsinnig viele neue Posts erscheinen. Ich habe hiermit vor das zu ändern und mir vorgenommen, den sonntäglichen Leerlauf darauf zu verwenden, den Blog mal wieder mit etwas Inhalt zu füllen. Thematisch soll es dabei hauptsächlich um die stetig wachsende Videospielindustrie gehen, auch wenn es dem Hobby weiterhin an gesellschaftlicher Akzeptanz mangelt.

Anfangen möchte ich mit einem kleinen Rückblick in die nähere Vergangenheit, genauer gesagt in das Jahr 1983. Wie auch im Moment befand sich die Industrie zu der Zeit im Aufschwung. Besonders auf dem amerikanischen Markt gab es eine Vielzahl Systeme. Die Bekanntesten waren wohl das/der Atari 2600 und sein Nachfolger 5200. Zur Markteinführung des 2600 im Jahr 1977 war es, anders als heute üblich, nur dem Hersteller Atari selbst erlaubt Spiele für das System zu veröffentlichen. Was später der große „Video Game Crash“ von 1983 genannt werden sollte nahm seinen Anfang im Jahr 1979. Zu der Zeit hatte Atari seinen Mitarbeitern verboten, ihre Namen im Abspann der Spiele, wie heute üblich, zu nennen. Auf Grund dieser Tatsache verließ ein Team der Programmierer Atari um die weltweit ersten Third-Party Entwickler zu werden. Sie nannten die neu gegründete Firma „Activision“. Wie schon erwähnt war es ihnen durch Atari verboten Ihre Produkte für die Konsolen zu veröffentlichen. Aus diesem Grund zog man nach amerikanischer Tradition vor Gericht. Im Jahr 1982 wurde der Fall zu Gunsten von Activision entschieden und öffnete somit die Tür für andere unabhängige Studios. In jeder Garage konnten Spiele für Atari und für die vielen Konkurrenzprodukte entwickelt werden. Der Markt wurde quasi überflutet von minderwertigen Spielen, die Kunden wurden verunsichert. Den Höhepunkt stellt hier ein frühes Lizenzspiel dar: E.T. der Außerirdische. Mitte 1982 erschien der erfolgreiche Film, und Atari wollte auf diesen Erfolg aufbauen und zahlte über 20 Millionen Dollar für die Lizenz. Man wählte einen etablierten Designer und gab ihm eine Deadline von fünf Wochen (!) um ein Spiel zum Film zu entwickeln. An heutigen Maßstäben gemessen ist das Ergebnis eine Katastrophe, verglichen mit damaligen Werken liegt es jedoch etwa im Mittelmaß. Der Name sollte jedoch zumindest ersteinmal dafür sorgen das eine Millionen Kopien des Spiels abgesetzt wurden. Da Presseberichte jedoch die Qualität des Spiels als mangelhaft beschrieben, brachen die Verkaufszahlen schnell zusammen. Atari hatte vorher jedoch optimistisch schon fünf Millionen Kopien des Spiels herstellen lassen, und blieb somit auf vier Fünfteln sitzen. Berichten zufolge wurden die übrigen Module (es waren etwa 10-20 LKW-Ladungen) auf einer Mülldeponie irgendwo in New Mexico vergraben. Das Vertrauen der Kunden in Atari war aufgrund dieses Flops gebrochen. Zudem stießen Gelegenheitskäufer aufgrund des überfluteten Marktes fast nur noch auf minderwertige Ware. Die Verkäufe brachen ein, was die meisten der damaligen Konsolenhersteller in den Bankrott führte.

Europa und Japan blieben von dieser Entwicklung verschont, da in Europa Computer wie der Commodore64 verbreiteter waren und die Japaner hauptsächlich einheimische Konsolen kauften. Diese Entwicklung ließ es letztendlich zu, dass sich japanische Marken wie Sega und Nintendo auf dem amerikanischen Markt etablieren konnten. Aus dieser Zeit stammt auch das bekannte „Seal of Quality“ dass noch bis heute auf den Verpackungen von Nintendo Spielen zu finden ist. So wird sichergestellt dass ein Mindestmaß an Spielbarkeit vorhanden ist. Wer heute anzweifelt ob bestimmte aktuelle „Werke“ dieses Siegel noch verdienen soll diese mal mit den Vertretern aus den 80ern vergleichen. Aber das ist ein anderes Thema. Die Frage, die sich eher stellt, ist: Kann es heute auch zu einem derartigen Zusammenbruch des kompletten Industriezweigs kommen. Man könnte davon ausgehen, dass die Kunden heute dank des Internets zumindest die Möglichkeit haben, sich von dem Kauf besser über die Qualität der Software zu informieren. Des Weiteren kann man davon ausgehen, dass die Durchschnittsqualität der Spiele stetig, vor allem Anfang der 90er Jahre, angestiegen ist. Die steigenden Preise für die Entwicklung der Software sorgt gleichzeitig dafür, dass die Anzahl der Spiele die auf dem Markt kommen leicht abfällt oder zumindest konstant bleibt. Falls es also zu einem weiteren Crash kommen sollte, so müssten andere Ursachen dafür verantwortlich sein. Mir fällt da eine Möglichkeit ein, auf die ich an dieser Stell eingehen werde. Nächsten Sonntag.

Komisch

Veröffentlicht in Kategoriefrei mit den Tags , am 11. Dezember 2011 von Leander

Aus irgend einem Grund verwendet man vor machen Ländern den bestimmten Artikel und vor anderen nicht. Zum Beispiel Holland, Japan, China, Luxemburg und Österreich; aber die Niederlande, die USA, die Türkei, die Schweiz und der Vatikan.

Endlich:

Veröffentlicht in Bildung mit den Tags , , , am 1. Dezember 2011 von Leander

Wie wahr:

Veröffentlicht in Spielkultur mit den Tags , , , , , , am 5. November 2011 von Leander

Generic FPSQuelle

Elektrische Charakterisierung von Metall-Nanopartikel-Übergängen

Veröffentlicht in Bildung, Technik mit den Tags , , , , , , am 29. Oktober 2011 von Leander

So das Thema meiner Bachelorarbeit. Falls Interesse besteht kann die Arbeit hier herunter geladen werden. Ich stehe natürlich für Nachfragen zur Verfügung.

Die Lösung…

Veröffentlicht in Netz, Technik mit den Tags , am 29. September 2011 von Leander

…für unsere langsame Internetverbindung sieht also so aus:

Ich bin gespannt.

Schnee im Sommer

Veröffentlicht in Freizeitbeschäftigung, Outdoor, Wolkenstürmer mit den Tags , , , , , am 13. September 2011 von Leander

Was den meisten als ein Zitat aus einer bekannten Filmneusynchronisation bekannt ist, fände ich im wörtlichen Sinn auch nicht schlecht. Ich würde sicherlich wesentlich mehr Sport treiben, wenn ich auch im Sommer Skifahren könnte – und wieder Erwarten soll das ja recht gesund sein. Außerdem bringt mir der momentan recht starke Wind (bis 7 bft in Böen) nur wenig, weil ich Nichts habe auf dem ich mich durch die Gegend ziehen lassen kann. Wenn jetzt Schnee läge könnte ich Ski verwenden. Also her damit.

Nur so eine verrückte Idee:

Veröffentlicht in Spielkultur, Technik mit den Tags , , , , , am 29. August 2011 von Leander

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